Category Archives: TVZ

Die Urgeschichte (Genesis 1–11) heute lesen

«Es gehört zur tiefen Weisheit der Urgeschichte, dass sie das Gute, Schöne und Lebensfreundliche darstellt, aber das Dunkle, Chaotische, Bedrohliche und Lebensfeindliche nicht ausblendet und verschweigt. Sie ist ein Manifest der Hoffnung in perspektiv- und hoffnungslosen Zeiten, um den Menschen Mut zu machen, sich selber und die Zukunft nicht aufzugeben.»

Schöpfung, Adam und Eva im Paradies, Kain und Abel, die Sintflut und der Turmbau zu Babel – diese bekannten Erzählungen machen die ersten elf Kapitel der Bibel aus. Klaus Bäumlin führt verständlich und kompetent in die biblische Urgeschichte ein. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei der literarischen Entstehung und Zusammenstellung der biblischen Texte. Bäumlin zeigt auf, dass die Urgeschichte nicht einfach von uralten Dingen erzählt, sondern im Gegenteil die condition humaine in Erzählungen fasst und damit nicht an eine spezifische Zeit gebunden ist. Es geht um das, was die Menschen von Beginn an bis heute im Guten und im Bösen kennzeichnet: die Ambivalenzen von Aufklärung, Freiheit und Fortschritt, die Bewahrung und Bedrohung der Schöpfung. So gelesen wird die biblische Urgeschichte zu einer Chiffre für die Gegenwart. Und sie bezeugt einen Gott, der sich nicht abwendet, sondern verbunden bleibt mit dem, was er geschaffen hat.

Die Stadt in Jesaja 24–27

This new volume looks intriguing:

In Jesaja 24–27, der sogenannten Jesaja-Apokalypse, ist mehrfach von einer unbenannten Stadt die Rede, die überraschenderweise mit Moab verknüpft ist – eine Konstellation, die bisher noch nicht zufriedenstellend geklärt werden konnte. Die Studie zeigt, dass die Stadt ein Resultat innerbiblischer Textauslegung ist: Sie ist als Weltstadt, in der verschiedene Städte kumuliert sind, und als Gegengrösse zu Jerusalem zu verstehen. Neu berücksichtigt Erich Bosshard-Nepustil zum einen konsequent den literarischen Kontext der Abraham-Erzählungen und der Urgeschichte. Sodom erweist sich dabei als Prototyp für die Weltstadt und als Missing Link zwischen ihr und Moab. Zum anderen führt der Autor die Bedeutung der Vernichtung der Stadt im kosmischen Endgericht auf die Verurteilung der hellenistischen Polis-Kultur durch die Verfasserschaft von Jesaja 24–27 zurück.

»War deine Hurerei noch zu wenig?« Zur Metapher der Stadtfrau Jerusalem

Jerusalem als Frau und Stadt wird in Ezechiel 16 mit extrem gewalttätigen und abwertenden Bildern beschrieben. Der biblische Text ist bleibendes Zeugnis davon, wie Gewaltsprache eskalieren kann. Einfache Übertragungen von der metaphorischen auf die reale Ebene der Gegenwart sind aus mehreren Perspektiven sogar gefährlich. Milena Heussler nähert sich dem Text deshalb anhand von Metaphern- und Traumatheorien an. Damit gelingt es, die intensiven Bilder der Hurerei Jerusalems, das damit verbundene Gottes- und Menschenbild und letztlich eine lang vergangene Kultur samt deren Ergehen und Erleben besser zu verstehen.

Vom fröhlichen Hans und dem heiligen Franz: Die Weisheit der Märchen und die Bibel

In der Bibel spiegeln sich Erfahrungen wider, die Menschen im Lauf von Jahrhunderten mit Gott und der Welt gemacht haben. Märchen wiederum berichten von Ereignissen, die in dieser Form vielleicht nie geschehen sind und sich doch ständig neu ereignen. Bibel und Märchen bringen auf narrative Weise existenzielle Wahrheiten und Lebensweisheiten zur Sprache: Es ist die Rede von Liebe und Hass, von Zuversicht und Verrat, von Schuld und Angst, von der Sehnsucht nach Geborgenheit sowie von menschlichen Wünschen und Grenzen. Da geht es um seelische Konflikte und geistige Entwicklungen, aber auch um Beziehungstragödien und jahrhundertealte Menschheitshoffnungen.

Josef Imbach deutet zehn Märchen und zeigt, wie sehr ihre Motivwelten mit der Bibel und den Fragen des Glaubens, denjenigen nach dem Ursprung des Bösen und der Suche nach dem Weg des Heils verwandt sind.

Sounds fantastic doesn’t it!

What Does it Mean to be Evangelical?

Karl Barth offers the best definition. And none of those in America claiming to be Evangelicals meet it. None.

Barth’s “Einführung in die evangelische Theologie: Text und Anmerkungen”

Barth’s little ‘introduction’ annotated.

Die «Einführung in die evangelische Theologie» gehört zu den meistgelesenen Büchern Barths. In der wissenschaftlichen Erforschung seiner Theologie fristet sie dagegen ein Schattendasein. Dem begegnet diese erste ausführlich annotierte Textausgabe. Sie dokumentiert, dass es sich hier um weit mehr handelt als um eine erbauliche, altersmilde Abschiedsvorlesung. In einem umfangreichen Anmerkungsapparat verortet dieser Annotationsband die «Einführung» in den zeitgenössischen Debatten, deckt Bezüge zu anderen Schriften Barths auf, zeigt Gesprächszusammenhänge, Entwicklungen und Spannungen, legt biblische Fundamente frei, erläutert unverständlich gewordene Wendungen und geht Zitaten wie Anspielungen nach. Dies ermöglicht eine kontextuelle und vertiefte Lektüre und vermittelt instruktive Einblicke in Barths Theologie.

Römerbrief und Tageszeitung! Politik in der Theologie Karl Barths

Die Theologie Karl Barths hat aufgrund ihrer politischen und gesellschaftskritischen Ausrichtung eine besondere Bedeutung. Ihre politische Dimension gewann sie gerade dadurch, dass Barth sich auf seine genuin theologische Arbeit konzentrierte. Als ein kritischer Zeitgenosse las er neben der Bibel aber immer auch die Tageszeitung und diese Lektüre liess er in seine theologische Arbeit einfliessen.

Inwieweit lässt sich Barths politisches Denken auf gesellschaftliche Herausforderungen der Gegenwart anwenden? Dieser Band versammelt Beiträge des akademischen Nachwuchses und von Expertinnen und Experten der Barthforschung zu theologischen Grundsatzfragen und aktuellen Themen aus den Bereichen Umwelt-, Friedens- und Sozialethik im europäischen und amerikanischen Kontext.

Mit Beiträgen von Kai-Ole Eberhardt, Margit Ernst-Habib, Marco Hofheinz, Markus Höfner, André Jeromin, Christine Lieberknecht, W. Travis McMaken, Raphaela J. Meyer zu Hörste-Bührer, Björn Schütz und Jan-Philip Tegtmeier.

A collection of symposium papers from discussions about Barth and society and politics is nothing to be sneezed at and the present volume is no exception.   Persons interested in the symposium in question can visit its website here.

Comprised of two major divisions and one minor one, this work, following the editorial introduction, examines the topics of God’s Lordship (even in the realm of politics) with two essays and the topic of the human witness to that Lordship as it is concretely lived out ethically, with seven (including one by, surprise of surprises, an American- W. Travis McMaken.

Contributors address such varied themes as how the coronavirus as Anfechtung might be understood in the light of  Barth’s theology of God’s rule, Barth’s christological anthropology, the future of Barth (or perhaps better, Barthianism),  Barth’s concept of poverty in dialogue, Barth’s theology for a Europe in crisis, and, by McMaken, on Barth and American politics (translated for inclusion in the collection by Marco Hofheinz).

A final contribution ties everything together and leads readers to consider the intersection of theological existence and political existence.

All in all, this is a super collection.  Politics is on everyone’s mind these days, even when they aren’t very politically involved.  Christians, in particular, have had to wrestle with the implications of faith for politics and as recent events have proven beyond any doubt, Christians can be profoundly politically dangerous when authentic faith is divorced from a sound theological foundation and a lived Christian ethic.

McMaken’s essay in particular demonstrates an excellent grasp of the political situation in the United States and Travis does an extremely good job of interjecting Barth’s theology into the mix.  He also does a good job of indicating just how critical it is that ‘freedom’ is best lived out when it’s freedom ‘for’ the other rather than ‘from’ the other.

The best essay, though, in the collection, in my estimation, is that of Jeromin, on coronavirus and Barth’s understanding of God’s lordship.  Summa Summarum– As in all things, for Barth, God rules.

That’s not to assert that the other essays here are not extremely engaging, because they are.  Rather, it’s simply to say that this one was the most interesting, to me.  Others will find others to be their preference.

As in all things Barth, there is an awful lot of interest here.  Barth, regardless of my personal feelings for him as a husband and a father and a man, remains a Himalaya and anyone wishing to do theological work has to climb the summit in order to see the whole picture.  These essays help us engage Barth on the field of politics and for that we must all be grateful, given the importance of politics at the moment.

There are a few photos of Barth included; the binding is lovely; the font is pleasant.  There are no indices, but none are needed as each essay is well titled and documented.

I urge you to read it- whether your chief interest is politics or theology.  Either way, you will learn a great deal indeed.

Die Zürcher Reformation in Europa: Beiträge der Tagung des Instituts für Schweizerische Reformationsgeschichte 6.–8. Februar 2019 in Zürich

This was a brilliant conference.  And this is one conference volume you will very much want to read.

Im Januar 2019 jährte sich zum 500. Mal der Beginn der Zürcher Reformation und damit der Beginn des weltweiten reformierten Protestantismus als Konfessionskultur und als kulturprägende Kraft. Am Jubiläumskongress im Februar trafen sich die führenden Reformationsgeschichtlerinnen und Reformationsgeschichtler aus aller Welt in Zürich. Die Beiträge präsentieren und bündeln den aktuellen Forschungsstand zur Zürcher Reformation und eröffnen neue Perspektiven in historischer, wirkungsgeschichtlicher und theologischer Hinsicht. Das Hauptaugenmerk der Forschenden liegt dabei auf der Rolle der Zürcher Reformation in der europäischen Reformationsbewegung.

Many of the essays will be in English.  It is projected to be out in June.  Be sure to mark your calendars.

Geschichte der evangelisch-reformierten Kirchgemeinde zum Grossmünster Zürich: 1833–2018

Alle reformierten Kirchgemeinden der Stadt Zürich schlossen sich 2019 zu einer Gemeinde zusammen. Die Kirchgemeinde Grossmünster als autonome Körperschaft wurde damit aufgelöst. Der langjährige Kirchenpflegepräsident Matthias Senn beleuchtet die Geschicke der Gemeinde anhand ausgewählter Themen.

Der Rückblick umfasst knapp 200 Jahre, von der Aufhebung des Grossmünsterstifts und der Wahl der ersten Kirchenpflege für die unabhängige Kirchgemeinde im Mai 1833, des damaligen «Stillstands», bis zur Abschaffung der Grossmünstergemeinde Ende Dezember 2018.

Senn beschreibt die Gemeindestrukturen, die Zusammensetzung und Aufgaben der Kirchenpflege, die Entwicklung von Gottesdienst und Kirchenmusik, aber auch Vorgänge bei der Wahl der Pfarrer und der Pfarrerin sowie das Bemühen um ein lebendiges Gemeindeleben, die Jugendarbeit oder Fragen zu Konfessionalismus und Ökumene.

Das Ergebnis ist ein facettenreiches Bild der Veränderungen des kirchlichen Gemeinwesens in Zürich in seinem sozialen und kulturellen Umfeld.

Geschichte der theologischen Fakultäten der Universität Bern 1834–2001

Wie verlief eine theologische Professorenkarriere an der Universität Bern? Wie erlebten Studierende im 19. und 20. Jahrhundert ihr Theologiestudium? Welche Hindernisse mussten Bernerinnen auf ihrem akademischen Weg ins Pfarramt überwinden und wann gelang ihnen der Sprung auf das Katheder?

Die Geschichte der beiden theologischen Fakultäten der Universität Bern – der evangelisch-reformierten und der christkatholischen – wird anhand der Fakultätsprotokolle und einer Vielzahl weiterer Quellen dargestellt, von der Universitätsgründung 1834 bis zu ihrer Zusammenlegung 2001.

Ein geraffter Rückblick auf die beiden Vorgängerinstitutionen, die Hohe Schule von 1528 und die Akademie von 1805, die Schilderung turbulenter Berufungsverfahren und die im Kulturkampf durchgesetzte Gründung der christkatholischtheologischen Fakultät zeigen, in welchem Ausmass staatliches Handeln auf die akademische Theologie einwirkte. Gebührenden Raum erhalten die Entwicklung der Fakultätsstrukturen und die theologischen Richtungskämpfe.
Mit «Intermezzo» betitelte biografische Texte und thematische Einblicke ergänzen und vertiefen die Darstellung und vermitteln einen lebendigen Einblick in die Welt der akademischen Theologie. Mit ausführlichem Anhang zu Personen, Lehrstühlen und statistischen Aspekten der beiden Fakultäten.

TVZ In The News, Deservedly!

New From TVZ

Josef Imbach
Die Wahrheit der BibelWidersprüche, Wunder und andere Geheimnisse

Gibt es sie, die Wahrheit der Bibel, wenn dieses Buch gleichzeitig voller Widersprüche, Wunder und Geheimnisse ist? Josef Imbach geht dieser Frage nach und fühlt den heiligen Schriften, den biblischen Autoren und der Tradition auf den Zahn. Biblische Texte versteht man erst – dessen ist sich Imbach sicher –, wenn man sich nicht nur über die Absichten der Verfasser, sondern auch über die historischen, religionsgeschichtlichen und kulturellen Voraussetzungen im Klaren ist, die ihnen zugrunde liegen. Prägnant, informativ und stets mit einer Prise Humor.

Reinhold Bernhardt
Klassiker der Religionstheologie im 19. und 20. Jahrhundert
Historische Studien als Impulsgeber für die heutigen Religionen

Wer sich für die gegenwärtige theologische Auseinandersetzung mit ausserchristlichen Religionen interessiert, findet in diesem Band einen Überblick über die grossen klassischen Entwürfe, unter anderem von Schleiermacher, Barth, Tillich und Rahner. Diese sind nicht nur aus historischer Sicht von Bedeutung, sondern weil sie grundsätzlich das Verhältnis von Religion und Religionen reflektieren und so Impulse für die heutige Diskussion geben.

Die Aarauer Konferenz (1897–1939)

Aarau als Brennpunkt neuerer Theologiegeschichte: So kennt man die Hauptstadt des Aargaus gar nicht. Doch fand hier von 1897 bis 1939 im Frühling jeweils die «Christliche Studentenkonferenz» statt, ein Stück frühe, zeitweise sehr erfolgreiche evangelische Akademikerarbeit in der Schweiz. Studierende aller Fächer aus Basel, Bern, Zürich und ab den 1920er Jahren auch aus St. Gallen trafen sich während drei Tagen zu Vorträgen über theologische, philosophische und gesellschaftliche Themen, die anschliessend intensiv und oft kontrovers diskutiert wurden. Angestossen von theologisch «positiven» Kreisen öffnete sich die Konferenz bald für alle kirchlichen Richtungen, sodass sich in den jährlichen Tagungen der Aufbruch der Theologie im frühen 20. Jahrhundert spiegelt.

Wer immer in der deutschsprachigen evangelischen Theologie Rang und Namen hatte, wurde nach Aarau eingeladen: Ernst Troeltsch, Adolf von Harnack oder Paul Tillich. Religiössoziale wie Hermann Kutter oder Leonhard Ragaz, aber auch Carl Gustav Jung und frühe Vertreterinnen der Frauenbewegung wie Dora Staudinger. Und natürlich die Protagonisten der dialektischen Theologie: Karl Barth mit seinem berühmten Aarauer Vortrag «Biblische Fragen, Einsichten und Ausblicke» und Heinrich Barth, Emil Brunner, Eduard Thurneysen oder Friedrich Gogarten. Frank Jehle zeigt anschaulich auf, wie ihre Beiträge Geschichte geschrieben haben.

Frank Jehle has proven himself one of the best historical theologians of our day through his incredibly thorough and eminently readable books.  The book at hand continues that tradition of excellence.

Here Jehle examines the history of the student conference organized by the Christian Young Men’s Association and commencing in 1897.  That year’s conference theme was ‘Can a Christian be a Darwinist?’  And it featured Hermann Christ.  In the following years theological superstars like Ernst Staehelin, Paul Wernle, Johannes Weiss, Ernst Troeltsch, Hermann Kutter, Leonhard Ragaz, appeared.  But it wasn’t simply a matter of men speaking to men.  Women too played a part in the conference.  These included Aline Hoffmann, Dora Staudinger, and others.

In 1916 perhaps the most important of the events took place with the appearance of the newly invented ‘Dialectical Theology’.  Karl Barth preached the sermon that year and soon Heinrich Barth and Emil Brunner appeared.  1920’s gathering was a watershed, with papers read by Adolf von Harnack and Karl Barth.  Gogarten and Thurneysen’s papers were delivered in 1921.

1923 was the beginning of the end for the gathering, which held it’s last meeting in 1939, when it was simply no longer possible for such events to take place.

The volume includes an overview of the conference’s papers and a bibliography as well as an index of persons and an index of images.

Persons interested in the development of dialectical theology and the theological history of the early 20th century will learn a great deal from this volume. It is a pleasure to read and is festooned with interesting photographs which serve to bring the history of the conference to life.  It also is comprised of numerous, copious citations, such that the reader encounters the conference’s participants at first hand, in their own words.

Student conferences such as the one here examined were once upon a time substantive theological events.  How very different they are from today’s rather lame and infotainment oriented Christian youth conferences.  Perhaps what the Church needs is a return to substance and an abandonment of silliness and entertainment.  Substance begets substance.  The ‘Aarauer Konferenze’ was substantial.  As is this book about it.

Two New Books from TVZ

This one.

And this one.

Das Johannesevangelium heute lesen

For your reading pleasure.

#ICYMI- Wortschatz der Hebräischen Bibel

Here, from your friends at TVZ.  Why not use this time of quarantine to juice up your Hebrew vocabulary?

Mit dem Anfang anfangen: Stationen auf Karl Barths theologischem Weg

TVZ has published  Mit dem Anfang anfangen: Stationen auf Karl Barths theologischem Weg

Karl Barths Denken und Handeln folgte der Devise: Es gilt, als Christenmensch immer wieder mit dem Anfang anzufangen. In jeder Zeit ist jeweils neu auszugehen von dem, was Gott uns sagt. So bleiben Theologinnen und Theologen zeitlebens Schülerinnen und Schüler des Wortes Gottes.

Der Barth-Kenner Eberhard Busch zeichnet in diesem Buch anhand ausgewählter Stationen seinen theologischen Weg nach: Von den frühen Predigten (1911) über den aufsehenerregenden «Römerbrief» (1922), die deutlichen Stellungnahmen in der Zeit des Nationalsozialismus, die grundlegenden Themen der «Kirchlichen Dogmatik» bis hin zum Ende seiner Tätigkeit 1967.

Das Buch regt dazu an, genau hinzuhören, was Barth in seiner Zeit gesagt hat und was er uns heute sagen würde. Denn Theologie hat nach Barths Auffassung die Aufgabe, sich einzumischen und die Probleme der Zeit zu benennen. Dabei hat sie nicht zu wiederholen, was die Mehrheit schon meint, sondern hat, wenn nötig, auf eine vergessene Wahrheit zu pochen.

This is the best introduction to the thinking of Barth that has yet been written. Busch begins with the earliest writings of Karl Barth and carefully shows, with ample evidence, the stages along Barth’s theological and intellectual development.

Commencing with an early sermon of Barth, from 1911, on Atheism and Discipleship and moving through the Tambach conference and Barth’s ‘Romans’, Busch helps readers see, and literally trace, the core concepts which Barth would later fully enunciate.  Barth’s critique of Protestantism and his adventures and struggles in the context of the German University system and the German church’s life in the era of Hitler are also stages along the way which – one and all – contribute in one way or another to the mature Barth’s theology.

Barth’s theology and its relationship to Judaism, and the Third Reich, and the friendships Barth maintained after the end of the Second World War are also players on the stage of Barth’s theological development.

But Barth was also influential in and influenced by the Cold War, as well as by the rise of pietistic movements post war.  These influences are manifested in the later volumes of the Church Dogmatics, especially in IV/2, IV/3, and IV/4.

The volume at hand not only exposes readers to a very well documented ‘roadmap’ to Barth’s theological development, it also answers some of the most pressing questions raised about Barth’s theology.

Yes, it answers the question of Barth’s universalism, with a resounding YES.  YES, Karl Barth believed all would be saved.  In no uncertain terms.

… alle Menschen geheiligt sind.  Alle, und nicht nur eine Auswahl.

In Christus sind alle geheiligt.  (S. 216)

It could not be made more clear.

This little book also includes a lot of photographs which come from the author’s own collection.  Some of which I have seen before, but many which I have not.  And I suspect that I am not alone in that.

There are no indices, but the table of contents is full enough and each chapter includes clearly labelled subsection headings.  If you’re interested in finding out some particular this or that, it’s easily done in a few minutes skimming.

Karl Barth is a Himalaya that no one seeking theological truth can avoid crossing.  This little book is the best guide yet to that journey.  Barthians one and all, and theologians in general, should make use of it and by so doing they will come to a much clearer understanding of what Barth thought, how he got there, and how it influenced his work.

Love him or hate him.  Or both.  You owe it to yourself to read this volume.

Die Zürcher Reformation in Europa: Beiträge der Tagung des Instituts für Schweizerische Reformationsgeschichte 6.–8. Februar 2019 in Zürich

Im Januar 2019 jährte sich zum 500. Mal der Beginn der Zürcher Reformation und damit der Beginn des weltweiten reformierten Protestantismus als Konfessionskultur und als kulturprägende Kraft. Am Jubiläumskongress im Februar trafen sich die führenden Reformationsgeschichtlerinnen und Reformationsgeschichtler aus aller Welt in Zürich. Die Beiträge präsentieren und bündeln den aktuellen Forschungsstand zur Zürcher Reformation und eröffnen neue Perspektiven in historischer, wirkungsgeschichtlicher und theologischer Hinsicht. Das Hauptaugenmerk der Forschenden liegt dabei auf der Rolle der Zürcher Reformation in der europäischen Reformationsbewegung.

It was a brilliant conference.  And this volume, filled with the papers there presented, will also be superb.  How do I know?  Because I was there and heard many of them.

Ulrich Zwinglis Spiritualität: Ein Beispiel reformierter Frömmigkeit

Gottes Wort führt nicht auf Abwege und lässt niemanden in der Finsternis umherirren. Es speist den menschlichen Geist, erhellt die menschliche Seele mit allem Heil und allen Gnaden, erfüllt sie mit Gottvertrauen, sodass diese Gott in sich innerlich aufnimmt. Im Worte lebt sie, zum Worte strebt sie. (Zwingli 1522)

Ulrich Zwingli und die reformierte Tradition überhaupt sind spiritueller als ihr Ruf. Samuel Lutz zeigt auf, dass sich Zwinglis Spiritualität nicht im Verborgenen abspielt, sondern in das kirchliche, politische und alltägliche Leben ausstrahlt. Für Zwingli gehören sowohl geistliches und gesellschaftliches Leben als auch Theologie und Spiritualität untrennbar zusammen. Ein Schatz an Zitaten aus Zwinglis Schriften lassen Leserinnen und Leser unmittelbar eintauchen in Zwinglis Gedankenwelt und an seiner Spiritualität teilhaben.

Interested persons can read the front matter, table of contents, and the first chapter here.

The great thing about this little volume is that it explores the importance of spirituality not only in one’s personal life but in one’s Church life and political life and then it turns to investigate the place of spirituality in ‘everyday’ life.

The way many modern Christians compartmentalize their Christianity is problematic, to be charitable.  This contribution to the theological enterprise shows in no uncertain terms how authentic faith has implications for every sphere of life.  And it’s all based firmly in the theological tradition commencing with Huldrych Zwingli.

Zwingli may be best well known for his dispute with Luther over the Supper, or his chaplaincy at the Battle of Kappel, but those who know him best know him as a profoundly gifted Pastor/ Teacher/ Theologian whose main interest was lived faith and who wrote voluminously to that end.

Every page of this book is festooned with citations from Zwingli about whatever issue or topic is being discussed.  Each chapter features a quotation from Zwingli’s Works to begin.

Particularly moving, perhaps because of the present circumstances here in the United States, is the chapter on Spirituality and Political Life.

Der Prophet darf nicht schweigen

wrote Zwingli in his exposition of Matthew.  Prophets, of course, are Pastors.  Or better, Pastors are Prophets.  And they must not be silent.  They may not be silent.  Yet many are.  To the detriment of the Church, society, and their own spirituality.

And equally relevant,

Keine Obrigkeit ist Herrin über die Gewissen der Menschen.

So Zwingli in his magisterial ‘Divine and Human Righteousness’.

This volume, throughout, draws readers to a reconsideration of their own spirituality.  To their own Christianity.  Guided by Zwingli, via the insightful remarks of Lutz, readers have the opportunity to dive deeply into their faith.  And consider it afresh.

This is a lovely, pious, delightful volume.  I recommend it.  Do not miss it.

Wie redet Gott mit uns? Der Begriff «Wort Gottes» bei Augustin, Martin Luther und Karl Barth

Via TVZ.

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