Die Briefe des Petrus und des Judas: Die Botschaft des Neuen Testaments

Kein anderer biblischer Text ist im Vergleich zu seiner Länge so häufig und ausführlich unter den offiziellen Predigttexten vertreten, wie der erste Petrusbrief. Trotzdem gehört der erste Petrusbrief eher zu den unbekannten Größen des Neuen Testamentes.

Kein anderer Text des NT blieb derart unverstanden wie der Judasbrief. Gleichzeitig sind nur wenige biblische Schriften auch nur annähernd so gehaltvoll, wie die wenigen Verse des Judasbriefes.

Wohl kein anderer Autor des NT wurde ähnlich verkannt, wie der des zweiten Petrusbriefes. Würde der zweite Petrusbrief unter den biblischen Texten fehlen, nur wenige würden ihn vermissen. Doch gerade der Autor des zweiten Petrusbriefes kann heute als Vorbild für einen aufgeklärten Umgang mit der Botschaft des NT fungieren.

Der neue Kommentar ist bestrebt, sowohl den drei Schriften in ihrer jeweiligen Eigenart als auch ihren Autoren Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Er möchte Verständnis erwecken und für die Beschäftigung mit ihnen begeistern.

The present commentary, like others in the series in which it appears (and which I have reviewed previously) is an incredibly helpful and useful resource for those who wish to ‘study to show themselves approved workers, rightly exegeting the word of truth’.  These two biblical texts, fairly unappreciated and certainly not studied in the same depth as the Gospels or Paul’s letters, here receive their due.

The author introduces the work thusly:

Drei Briefe von drei Autoren für drei Gemeinden aus unterschiedlichen Phasen der Entstehungszeit des Christentums. Miteinander verbunden sind die drei Briefe durch den zweiten Petrusbrief. Sein Autor stellt seinen Brief auf der einen Seite ausdrücklich in die Nachfolge des ersten Petrusbriefes (2Petr 3,1). Auf der anderen Seite bezieht er sich so offenkundig auf Motive des Judasbriefes, dass sich eine ausdrückliche Bezugnahme für ihn erübrigt.

Three texts stemming from the early Church which allow us to learn a great deal about the views, practices, and interpretive methodologies of that community.

Each book is introduced as to time and place and author and each exegeted according to the outline proper to each.  Excurses are provided where necessary.  And. perhaps most importantly, each concludes with a theological summary of the book’s contents.  The series title ‘the Message of the New Testament’ is also the title of the concluding segment; i.e., ‘the message of First Peter’, etc.  So, for example, regarding the message of 2 Peter, we find

I) Vorbemerkung
II) Die Autorität des Autors
III) Die Warnung vor den Extremen
IV) Warnung und Trost – Gericht und Rettung
V) Die Endzeit
VI) Das Leben vor dem Ende und zwischen den Extremen
VII) Resümee

Each pericope is translated, thoroughly explained and the volume ends with a decent bibliography, abbreviation list, and a subject index.

Finally, I think it appropriate to reproduce a snippet of the exegesis, so that potential readers have an idea of what the author is trying to do, and how he does it.  The segment is from the exposition of 1 Peter 3:1-4.  Following the text, and the commentary proper, we find this:

Die Unterordnung der Ehefrau bezeichnet der Autor als den wahren Schmuck der Frau (4). Ein solches Verhalten gilt als gottgewollt, ihm wird ewiger Bestand (4b) attestiert und es erscheint selbst als eine Art von Gottesdienst (4c). Die Anweisungen haben ihren Ort in der konkreten Situation einer im Aufbau befindlichen und angefeindeten christlichen Gemeinde. Jeder Anschein von Störung der Ordnung durch Nichtanpassung war zu vermeiden. Mit dem im ersten Petrusbrief vertretenen Ehe- und Familienbild sollten Vorurteile gegen die neue Gruppierung abgewehrt werden. Die hier propagierten Rollenbilder haben bis in die Gegenwart die Gesellschaft geprägt. Heutige christliche Leserinnen und Leser des ersten Petrusbriefes müssen sich mit den damals vertretenen und religiös aufgeladenen Idealen auseinandersetzen. Zu bedenken ist, dass die idealtypische Ehefrau zu Beginn des dritten Kapitels des ersten Petrusbriefes parallel zu dem typischen Haussklaven am Ende des zweiten Kapitels steht. Wer das eine in seiner Gottgewolltheit relativiert und nicht mehr als angemessen erachtet, wird auch das andere auf seine Zeitgemäßheit hin befragen.

I admit, that’s a rather long excerpt, but I think that when one is considering a commentary, having some idea of its contents is an extremely important bit of information to possess.

This volume, like the others in the series, is a welcome addition to the library of students, pastors, scholars, and interested lay folk who want to understand the Scriptures in as thorough and full a way as possible.  The author, Karl-Heinrich Ostmeyer, deserves our appreciation for his fantastic efforts and even more, he deserves for his work to be read.

Tolle, lege!