Konrad Schmid on the BasisBibel, Again

Gelungenes und weniger Gelungenes in der Basisbibel: Psalm 13 ist ein klassisches Klagelied eines Einzelnen. Nach den Elementen Klage und Bitte folgt das Lob (Vers 6), dessen Anfang in der #Basisbibel zunächst korrekt übersetzt wird: “Aber ich habe fest auf deine Güte vertraut.” Sie gibt hier das hebräische Perfekt richtig – und anders als die meisten anderen Bibelübersetzungen, die unnötigerweise in ein Präsens umdeuten (“ich vertraue [erst jetzt] …”) – als deutsches Perfekt wieder. Das ist für das Verständnis des Psalms wichtig, denn das hier geäusserte Vertrauen stellt sich nicht erst nach Klage und Bitte ein, sondern geht beiden voraus.

Dann aber wird die Übersetzung schwierig: “Jetzt lacht mein Herz vor Freude, weil du mir geholfen hast.” Dass das Herz jetzt schon lacht, wird im hebräischen Text nicht gesagt, dort steht ein Jussiv: “mein Herz soll jubeln …” Auch dass Gott schon geholfen haben soll, sagt Psalm 13 nicht ausdrücklich. Es ist von Gottes “Hilfe” (mit einem Substantiv formuliert) die Rede – ob diese bereits erfolgt ist oder noch erhofft wird, ist offen. Die Basisbibel macht hier ohne Not das Lob von der Rettung abhängig – so erfolgsorientiert ist Psalm 13 aber nicht.

Dann fährt die Basisbibel fort: “Ich will ein Lied singen für den Herrn!” Auch hier ist sie enger als der hebräische Psalm 13: Dass die oder der Gerettete “ein Lied” singen will, ist dort nicht gesagt, es ist nur von “ich will singen” die Rede. Ob dasjenige, was das “Ich” singen will, ein vorgeformtes Lied oder ein eigener Gedanke ist, lässt Psalm 13 offen. Es geht in diesem Psalm also – entgegen der Tendenz seiner Übersetzung in der Basisbibel – nicht darum, dass Gotteslob nur nach erfolgter Rettung möglich ist, und es geht auch nicht darum, dass dieses Gotteslob nach vorgegebenen Texten oder Liedern erfolgen muss.

Das Lob kann auch kontrafaktischer Natur sein und es kann jedwede Gestalt annehmen. Hervorragend dann wieder der perfektische, aber allgemein gehaltene Abschluss: “Denn er hat mir Gutes getan” – eben nicht nur und nicht notwendigerweise in oder nach der Not, sondern schon lange zuvor.