Verknüpfungen des neuen Glaubens: Die Rostocker Reformationsgeschichte in ihren translokalen Bezügen

Um geschichtspolitischen und erinnerungskulturellen Verengungen und Einseitigkeiten entgegenzuwirken, die im Rahmen des Reformationsjubiläums 2017 mit der Betonung auf Luther und Wittenberg allgegenwärtig waren, nimmt dieser Band den Prozess der Reformation in einer zeitlich und geographisch anders gelagerten Fokussierung in den Blick. Denn das Beispiel der Hansestadt Rostock zeigt, dass „Reformation“ nie ein lokal und zeitlich begrenztes Ereignis war. Von verschiedensten Akteuren (Gelehrte, Prediger, Drucker, Studierende) wurde mit Hilfe unterschiedlichster Medien (Kirchenordnung, Gesangbuch, Geschichtsschreibung, Verträge) ein regelrechtes Netz des neuen Glaubens geknüpft.

Dieser Band beleuchtet nicht nur die Verbindungen zwischen der deutschen und skandinavischen Kirchengeschichte, sondern bringt auch frömmigkeits- und kommunikationsgeschichtliche Aspekte mit der Universitäts- und politischen Ereignisgeschichte ins Gespräch. Lokale Aspekte des reformatorischen Geschehens in Rostock, Mecklenburg und den skandinavischen Nachbarländern werden zudem in die Gesamtgeschichte und Zusammenhänge der Reformation eingeordnet und auf ihre aktuellen Bezüge hin beleuchtet. Die Diversität des historischen Phänomens spiegelt sich nicht nur in der Interdisziplinarität der Beiträge (Geschichte, Theologie, Germanistik, Archäologie, Buchwissenschaften), sondern auch in der Kombination von Überblicksdarstellungen und detaillierten Quellenstudien.

I enjoyed this volume (a lot, mostly because it takes me away from the present so thoroughly, and the present is just a morass of misery).   But unless you have very specialized, and I mean VERY specialized interests in a VERY small slice of a VERY tiny bit of a VERY particular segment of Reformation history, you may not.

The specialist essays herein contained are discoverable here.  It is a conference volume, thusly described by its editors:

Die in diesem Band versammelten Beiträge stellen eine Auswahl überarbeiteter Vorträge dar, die bei der Wissenschaftlichen Konsultation „Joachim Slüter und die Reformation in Rostock. Voraussetzungen, Aspekte der Durchsetzung und Wirkungen im Ostseeraum“ (Februar 2015) und auf dem Wissenschaftlichen Symposium „Wo das Wort wirkt. Die Rostocker Reformationsgeschichte in ihren translokalen Bezügen“ (Herbst 2016) an der Theologischen Fakultät der Universität Rostock gehalten wurden. Beide Veranstaltungen stießen in der Universität, vor allem aber auch in einer breiteren Öffentlichkeit auf viel Interesse, so dass wir hoffen, dass die Beiträge auch in der nun vorliegenden schriftlichen Form viele geneigte Leser*innen finden werden.

And from the Introduction

Die Reformation in Rostock ist selbstverständlich nicht als lokal begrenztes Ereignis zu verstehen. Den Verflechtungen über die Grenzen des Landes hinaus gehen drei Beiträge unter dem Titel „Mecklenburg und die Universität Rostock in den Wechselfällen der frühen Reformationsgeschichte“ nach. Eike Wolgast (Heidelberg, DE) ordnet die Rostocker Ereignisse in den größeren Kontext des reformatorischen Prozesses in Mecklenburg und im Alten Reich ein. Besondere Bedeutung hat in diesem Zusammenhang die Universität Rostock, die seit ihrer Gründung 1419 auch und gerade Studenten und Dozenten aus den skandinavischen Königreichen in die Hansestadt zog. Dass die Anfänge der Reformation sich auf diese Institution keineswegs nur positiv auswirkten, zeigt der Beitrag von Matthias Asche (Potsdam, DE), während Morten Fink-Jensen (Kopenhagen, DK) die engen Verbindungen und auch die daraus entstehende Konkurrenz zwischen den Universitäten in Rostock und Kopenhagen aufzeigt.

As you, dear reader, can tell, the volume is, as suggested above, specifically aimed at a particularly narrow audience.  And it informs that audience amazingly well.  It is articulate and its authors extremely knowledgeable.

It may well be imagined that such niche volumes, without wide market appeal, would be the very sorts of things that publishers, especially in America, would avoid.  After all, for American publishers the only name of the game is sales.  But what V&R and other European publishers prove is that a book’s worth is not determined by its market value, but by its contribution to the store of human knowledge.

European publishers care about learning.  It’s that simple.  So they publish learned tomes.

American publishers care about money.  It’s that simple.  So they publish anything they think will sell.  Even it if it utter garbage.  That’s why, for instance, Joel Osteen and Rick Warren’s books are published by American publishers and not European publishers.  Learning doesn’t matter to American publishers, cash does.

We should all be grateful, then, for those publishers that put learning above pulp rubbish.  This is a learned volume.  Even if you never read it, and don’t care about it’s subject matter, you ought to be thankful that it exists.

About Jim

I am a Pastor, and Lecturer in Church History and Biblical Studies at Ming Hua Theological College.
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