Die Äbtissin, der Söldnerführer und ihre Töchter

Or, more fully, Christine Christ-von Wedel, Die Äbtissin, der Söldnerführer und ihre Töchter: Katharina von Zimmern im politischen Spannungsfeld der Reformationszeit. Unter Mitarbeit von Irene Gysel, Jeanne Pestalozzi und Marlis Stähli

Katharina von Zimmern förderte die Reformation in Zürich beträchtlich, als sie mit 46 Jahren das Fraumünsterstift der Stadt übergab. Kurz darauf heiratete sie den fünf Jahre zuvor in Zürich zum Tod verurteilten Söldnerführer Eberhard von Reischach, mit dem sie noch zwei Kinder hatte. Das ist längst bekannt. Aber es gibt über diese bemerkenswerte Frau und ihre Umgebung noch mehr zu berichten.

Neu gefundene und neu analysierte Quellen ermöglichen einen frischen und ungewohnten Blick auf die «Äbtissin» und die Reformation. Das Buch beleuchtet dabei das Zürcher Soldwesen, die Klosterpolitik der Stadt und Zwinglis Bündnispläne, aber auch die theologische, humanistische und höfische Literatur, die damals im Adel gelesen wurde, sowie das Alltagsleben mit seinen Kämpfen, Freuden und Leiden. Auch taucht eine junge Frau auf, die während Katharinas Äbtissinnenzeit zur Welt kam und deren Sohn behauptete, sie stamme vom Paar Reischach-Zimmern ab.

Christine Christ-von Wedel fügt die vielfältigen Themen der Reformationszeit zu einem farbigen detailreichen Panorama zusammen, das sich um Katharina von Zimmern entfaltet.

Christ-von Wedel here provides readers a very meticulously researched biographical investigation of one of the lesser known but immensely influential women of the early Reformation.  Both the table of contents and the foreword are available to readers at this link in pdf format.  A glance at the TOC provides the outline of the volume and the carefully structured historical reconstruction herein contained.

Concerning the subject: as Irene Gysel remarks in the foreword

Es sollte ein Roman werden. Nachdem das erste Buch über Katharina von Zimmern, herausgegeben 1999 von Barbara Helbling und mir, ausschliesslich historisch gesicherte Angaben enthielt, lag es nahe, die bewegte Lebensgeschichte der letzten Äbtissin des Zürcher Fraumünsters nochmals in etwas freierer Form nachzuerzählen. Schon ihre Kinder und Jugendzeit war abenteuerlich gewesen. Aufgewachsen in einer grossen Familie im Schloss Messkirch mit einer tatkräftigen Mutter und einem überaus begabten Vater, mehrmals vor der Pest in die Burg Wildenstein geflohen, dann durch das Unglück des Vaters aus Messkirch vertrieben, kam Katharina als Flüchtlingskind nach Weesen, wo gleichzeitig, sozusagen im Nachbarhaus, der sechsjährige Ulrich Zwingli bei seinem Oheim, Pfarrer und Dekan, unterrichtet wurde. Mit 18 Jahren wurde sie Äbtissin, nach 28 Jahren im Amt übergab sie die Abtei der Stadt, heiratete und gebar in hohem Alter noch zwei Kinder, bei der Geburt ihrer Tochter Anna war sie 47 Jahre alt. Es gibt zu Katharina von Zimmern erstaunlicherweise ganz wenige Quellen und vor allem kein Bild. Das lässt viel Raum für eine eigene Gestaltung.

To tell the story of von Zimmern and those in her circle, Christ-von Wedel assembles as many primary sources as possible and examines them in incredible detail.  She illustrates her research with numerous photos and images (83 of them to be precise) and provides an extensive list of those primary sources along with a chronology and other informative materials.  The book also features two ribbon bookmarks which I used to mark my place in the volume as I read through it and to mark the endnotes and their location for ease of access.

Von Zimmern was a person of incredible importance in the early years of the Zurich Reformation.  A fact recognized by none less than Zwingli himself, who signed a copy of one of his books (On Divine and Human Righteousness) on its title page for her.  That is, he gave her an autographed copy.  Her life and the lives of those closest to her are the subject of this work.  As the author notes of her work in the last sentence of the text

So sei hier innegehalten und der Versuchung widerstanden, vorwitzig in das Geheimnis von Katharinas Persönlichkeit eindringen zu wollen.

This is biography at its best because it shows magnificently the way that one life is always intertwined with many lives and can never be understood without a grasp of those intertwinings.  I commend this brilliant study to your attention and urge you to read it.  Not only to learn of one of the widely unknown yet immensely important women of the Reformation, but to learn how historical biographies can best be written.