Zwingli In Einsiedeln

This is a fascinating essay.

Es sind nur ein paar Wörter, aber sie sind wertvoll. Wertvoller als so manches dicke Buch. Letzte Woche hat Urs Leu sie entdeckt – und damit eine Leerstelle geschlossen, welche die Schweizer Reformationsforscher lange beunruhigte. In der Bibliothek des Klosters Einsiedeln fand der Zürcher Historiker in einem Kodex aus dem 9. Jahrhundert drei kurze, mit schwarzer Tinte geschriebene Randbemerkungen. Für Leu war sofort klar: Das ist Huldrych Zwinglis Handschrift! Der Duktus der Buchstaben, die charakteristische Form des «d» mit dem lang heruntergezogenen vertikalen Strich – da war jeder Zweifel ausgeschlossen. Und was das bedeutet, war Leu bewusst. Er hatte entdeckt, wonach man bis jetzt vergeblich gesucht hatte: die Spur, die Zwingli bei seinem Aufenthalt in Einsiedeln hinterlassen hatte.

Then discussion about Zwingli’s studies and viewpoints during that period.  And

Zwingli nahm das alles mit wachen Sinnen zur Kenntnis. Und was er davon hielt, zeigt eine Randbemerkung in einem seiner Bücher. An einer Stelle, wo der Autor warnend schreibt, guter Wein und üppiges Essen würden selbst gefestigte Seelen zu sinnlichen Sünden verführen, hält er lakonisch fest: «Das mögen die Benediktiner sich merken.» Man glaubt deutlich zu spüren, dass er weiss, wovon er spricht.

Doch selbstverständlich wusste er auch sehr gut, was er dem Kloster Einsiedeln verdankte. Zum Pater pflegte er ein freundschaftliches Verhältnis, und vor allem: Er las sich durch die Bibliothek. Obwohl er als Priester für ein riesiges Gebiet mit rund 1500 Einwohnern zuständig war und dazu die Pilger geistlich zu betreuen hatte, nützte er jede freie Minute, um zu lesen. Und Zwingli war ein aufmerksamer Leser, dem nichts entging. Das zeigt sich an den Randbemerkungen in seinen eigenen Büchern, die heute in der Zentralbibliothek Zürich (ZB) aufgearbeitet werden. Bei der Arbeit an Zwinglis Bibliothek stiess Urs Leu, der an der ZB die Abteilung Alte Drucke leitet, auf die Spur, die ihn schliesslich zu seinem Fund führte.

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