Zwinglius Redivivus

"… ein Wörtlein kann ihn fällen"

Lightning and the Reformation

Over at the University of Zurich-

Ein Blitz beeinflusst den Nachrichtenaustausch in der Reformation

Brand des Zürcher Grossmünsters nach einem Blitzeinschlag am 7. Mai 1572 in den Glockenturm. Quelle: Wick, Johann Jakob: [Sammlung von Nachrichten zur Zeitgeschichte aus den Jahren 1560-87 (mit älteren Stücken)]. Zentralbibliothek Zürich, Ms. F 21, 142v–143r. (Bild: Zentralbibliothek Zürich)

Der Zürcher Reformator Heinrich Bullinger korrespondierte in ganze Europa, seine Briefe dokumentierten die Geschichte und Kultur während der Reformation. Eine Ausstellung an der Universität Zürich samt Publikation und Rahmenprogramm zeigt, welchen Einfluss Zwinglis Nachfolger auf die damalige Deutung von Ereignissen hatte.

Am 7. Mai 1572 entlädt sich – nach Jahren extremer Wetterlagen und Ernteausfällen – auch noch der Himmel über Zürich und ein Blitz schlägt ins Grossmünster ein, das Epizentrum der Zürcher Reformation. Was heute als Naturphänomen verstanden wird, war in Zeiten konfessioneller Richtungskämpfe als Zeichen Gottes interpretiert worden. Erste Gerüchte machten die Runde, die im Blitzschlag einen göttlichen Fingerzeig gegen die Zürcher Kirchenoberen sahen. Heinrich Bulliger, Zwinglis Nachfolger als Reformator, erkannte die Gefahr von Fehlinterpretationen und verschickte Briefe, in denen er das Ereignis relativierte. Seine sachlichen Schilderungen schrieb er auf ein separates Blatt, das von Hand kopiert und weitergereicht werden konnte. So griff Bullinger möglichen Falschmeldungen vor und wahrte die Deutungshoheit über den «göttlichen» Blitzschlag.

Read the whole!

Written by Jim

17 May 2018 at 6:20 am

Posted in Church History