„Luthers Eintritt in die Hölle“ von Egbert II van Hemskerck

In dem um 1700 entstandenen Werk des niederländischen Künstlers Egbert II van Heemskerck fühlt sich der Betrachter in die spätmittelalterlichen, apokalyptischen Szenarien Hieronymus Boschs versetzt. Es wimmelt von Ausgeburten der Hölle: Geflügelte und kriechende Mischwesen, skurrile, teilweise musizierende Gestalten mit verzerrten Fratzen, eine Hexe, die auf einem Besen reitet – sie alle flankieren Luther auf dem Weg vor den als riesiges Maul dargestellten Höllenschlund. Der Reformator, durch einen schwarzen Talar mit Pelzkragen und das Barett als Gelehrter charakterisiert, wird auf einem skelettierten Ungeheuer reitend mehreren infernalischen Wächtern vorgeführt. Luthers Einzug wird satirisch als Triumphzug inszeniert: Dem Reformator geht ein Fahnenträger voran, dessen Banner die Aufschrift „vivat martinvs luther“ trägt. Die Begründung für die Höllenfahrt Luthers liefert ein geflügelter Dämon in einem aufgeschlagenen Buch: „Weil er das Wort Gottes verdreht hat“.

Etc.