The Anniversary of Hesse’s Death

Via Protestant Resistance:

Kirchenkampf in Wuppertal-Elberfeld
Zum Todestag von Hermann Albert Hesse (22.4.1877 bis 26.7.1957)

hesseHermann Albert Hesse, der Theologie in Erlangen, Berlin und Tübingen studierte und 1902 seine erste Pfarrstelle in Duisburg-Meiderich erhielt, ging 1909 nach Bremen und wurde 1916 von der reformierten Gemeinde Wuppertal-Elberfeld zu einem ihrer zehn Pfarrer berufen. Er wurde in die Generalsynode der Evangelischen Kirche der altpreußischen Union gewählt. Dabei übernahm er die Schriftleitung des Gemeindeblattes und der einflussreichen Reformierten Kirchenzeitung sowie die Leitung des Elberfelder Predigerseminars, dessen Gründung er angeregt hatte.

1933 vertrat er den Reformierten Bund im „Drei-Männer-Kollegium“, das die Verfassung der neuen Deutschen Evangelischen Kirche erarbeiten sollte, aber rasch in Konflikte mit den Deutschen Christen geriet. Hesse wurde zum Moderator des Reformierten Bundes gewählt und war Mitglied der Barmer Bekenntnissynode vom Mai 1934. Auch gehörte er zu den Organisatoren der „Freien Reformierten Synode“, die im Januar 1934 erstmals tagte, auf der sich viele Gemeinden im Widerstand gegen die Deutschen Christen und den Reichsbischof verständigten. Danach wählten die Mitglieder des Reformierten Bundes Hermann Albert Hesse zum Moderator (Vorsitzenden). Im Februar 1934 folgte am selben Ort und im selben Geist die „Freie evangelische Synode“. Auf beiden Synoden spielte Hesse eine wichtige Rolle. Die Gegenseite bat deshalb, ihn als einen der „Rädelsführer“ zusammen mit drei anderen rheinischen Pfarrern in den einstweiligen Ruhestand zu versetzen. Dieser Bitte wurde nicht stattgegeben.

Hesses eigene Gemeinde spaltete sich im Kirchenkampf. Die Elberfelder reformierte
Bekenntnisgemeinde lehnte jeden Kompromiss mit den Deutschen Christen, später mit den Kirchenausschüssen und der „konsistorialen Amtskirche“ ab. Als während des Krieges die bekenntnistreuen Gemeindeglieder nach einer Verständigung mit dem anderen Gemeindeteil suchten, weigerte sich Pfarrer Hesse mit seinen Anhängern, diesen Weg mitzugehen. Damit trennte er sich auch von der Bekennenden Kirche.

Während eines Gottesdienstes im Juni 1943 bezeichnete er die Bombardierung der Stadt als Gericht Gottes und rief auf zu Buße und Fürbitte, auch für die verfolgten Juden. Darauf wurde er mit seinem Sohn, dem Vikar Helmut Hesse, von der Gestapo verhaftet.

Ohne Prozess wurden Hermann Albert Hesse und sein Sohn Helmut am 13. November 1943 in das Konzentrationslager Dachau überführt. Dort starb Helmut Hesse bereits am 24. November 1943. Sein Vater wurde am 18. April 1944 aus der Konzentrationslagerhaft entlassen. Er musste hierzu eine Unterlassungserklärung unterschreiben und sich zur Verschwiegenheit über das in Dachau Erlebte verpflichten. Das Ende des Krieges erlebte er in seiner Heimat Ostfriesland. Nach dem Krieg erhielt Hesse kein Pfarramt mehr.
Er starb 1957 in Velbert.

Bildnachweis: © Archiv der Ev. Kirche im Rheinland, Düsseldorf

About Jim

I am a Pastor, and Lecturer in Church History and Biblical Studies at Ming Hua Theological College.
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