Peter Opitz on ‘Zwinglianism’: An Interview

Ein Gespräch mit Peter Opitz im Rahmen der Veranstaltungsreihe «Salon Zwingli»*

Das Wort «zwinglianisch» muss im heutigen Zürcherischen Sprachgebrauch für vieles herhalten. Die einen nutzen ihn, um gutschweizerische Tugenden wie Arbeitsamkeit und Bescheidenheit zu propagieren, andere wiederum, um die wahrgenommene Enge des Zürcher Sittenkorsetts anzuprangern. Laut Kirchenhistoriker Peter Opitz hat der heutige Ruf des «Zwinglianismus» wenig mit den tatsächlichen Lehren und Handlungen Huldrych Zwinglis zu tun, sondern vielmehr mit Zuschreibungen und ideologisch motivierten Appropriationen späterer Generationen, die häufig in Unkenntnis der Originalquellen erfolgten.

Was bedeutet «zwinglianisch» im heutigen Sprachgebrauch?

Das Bedeutungsfeld ist relativ gross und flexibel, aber die Bedeutungen gehen alle in eine ähnliche Richtung: Das Spektrum reicht je nach Zusammenhang von «humorlos» über «fleissig», «bescheiden» bis zu «pflichtbewusst». Weiter meint es auch «streng» und «unterdrückerisch», «kleinkariert», «lustfeindlich“ oder «historisch». Diese Bedeutungen lassen überdies eine gewisse Synonymie mit dem Adjektiv «schweizerisch» erkennen.

Etc.  Great responses by Peter.