Zwingli and Work and Play

The May installment of Schattenwurf Zwingli is out.

Ich arbeite, also bin ich. Dieser Satz ist in die DNA der Schweizer Seele seit Geburt eingeschrieben. Jeder Tag im Jahr ist ein Tag der Arbeit, und die Nacht noch dazu. Arbeit definiert Lebenssinn und sichert Existenz, füllt Kalender und leert die Mailbox. Am 1. Mai ist es sinnvoll innezuhalten, Hände niederzulegen, Beine hochzulegen, gemeinsam über den Wert der Arbeit nachzudenken und über das, was uns die Arbeit so schwer macht. Ältere über 50 Jahre suchen länger, um eine neue Stelle zu finden als Jüngere, Jammern gehört zum Job wie das Amen in der Kirche, die digitale Welt frisst Arbeitsplätze für weniger Qualifizierte weg und schafft neue Stellen für Hochqualifizierte.

Zu den wichtigsten Impulsen der Reformation gehört das sogenannte „protestantische Arbeitsethos“, die Aufwertung von Arbeit und weltlichen Berufen. Studien wollen die berühmte These Max Webers, dass die asketische Lebensführung von Sparen, Arbeiten und Kapitalbilden auf das reformierte Erbe vor allem Calvins zurückgeht, belegen oder widerlegen. Die Reformatoren waren von einem Eifer getrieben, Lesen und Schreiben aus Klöstern und den Händen von Nonnen und Mönchen zu entreissen. Jeder und jede soll lernen können, dass Arbeit mehr als nur Arbeit ist. Huldrich Zwingli ermahnte treu und ernst die Eidgenossen einen Tag nach dem 1. Mai 1524: „Und ist doch die arbeyt so ein guot, götlich ding; verhuet vor muotwillen und lastren; gibt guote frucht, das der mensch one sorg sinen lyb reinklich spysen mag.“ Arbeit als ein göttlich Ding hat einen Mehrwert besonderer Art.

Etc.  Good stuff.