#ICYMI – HABEN SIE GEWUSST, DASS „LUTHER“ IN DEUTSCHLAND EIN EMOTIONALER STRESSFAKTOR IST?

14.4.2009: Reformation altarpiece by Lucas Cranach the Elder (1472-1553) in the Stadtkirche St Marien, Wittenberg.

14.4.2009: Reformation altarpiece by Lucas Cranach the Elder (1472-1553) in the Stadtkirche St Marien, Wittenberg.

Kennen Sie das Altarbild der Schlosskirche in Wittenberg? Luther sitzt im Kreis der Jünger mit Jesus am Tisch beim letzten Abendmahl, neben ihm der Drucker seiner Bibelübersetzung. Die Botschaft ist klar: Martin Luther hat seine Lehre aus erster Hand: Sie ist göttlichen Ursprungs! Ganz ähnlich die Suggestion des Logos für das „Lutherjahr 2017“ fast 500 Jahre später: Unter Luthers Porträt steht der Satz: „Am Anfang war das Wort – Martin Luther“. Luther, die Lichtgestalt, die uns die Freiheit bringt! Über Jahrhunderte wurde Luther als deutscher Herkules gefeiert, religiös und immer wieder auch nationalistisch. Die zahllosen Strassen, Häuser und Plätze, die seinen Namen tragen, zeugen davon. Die Werbung für das „Lutherjahr 2017“, vom deutschen Bundesparlament mit vielen Millionen Euro finanziert, wird auch die Schweiz erreichen. Manches deutet dabei darauf hin, dass die Tourismusindustrie gegenüber denen, die Luthers Schriften wirklich lesen, den Sieg davon getragen hat.

Das provoziert. Und so werden gerade in Deutschland die Stimmen immer lauter, die auf dunkle Seiten des grossen Reformators hinweisen: Luther der streitsüchtige Polterer, der Fundamentalist, Feind jeder Toleranz, der Judenhasser, der vom Teufel verfolgte Theologe der Angst, der seinen Fürsten rät, die Bauern niederzumetzeln. Luther, die Quelle allen Übels. Das Pendel schlägt um, und fast schon könnte er einem leidtun, der arme Mönch aus Wittenberg, der zu seiner eigenen Überraschung zum Medienstar geworden ist.

Etc. By the inestimable Peter Opitz.

About Jim

I am a Pastor, and Lecturer in Church History and Biblical Studies at Ming Hua Theological College.
This entry was posted in Church History. Bookmark the permalink.